Damen 1 – Die TG Bad Soden freut sich auf den Spitzenreiter

Die Volleyballerinnen der TG Bad Soden erwarten in der II. Bundesliga Süd am Sonntag den Tabellenführer Nawaro Straubing.

Bad Soden. Eigentlich hat die Mannschaft des Trainergespanns Klaus Hermann und Carlo Wiese am kommenden Sonntag (16 Uhr) keine Chance. Doch genau diese möchte die TG Bad Soden nutzen.

Die Rollen sind vor dieser Partie klar verteilt. Mit Nawaro Straubing gastiert der aktuelle Tabellenführer und Aufstiegskandidat Nummer Eins in der Hasselgrundhalle. Struktur, Umfeld, Budget, Trainer und Spielerkader – das alles ist in Straubing, wo unter Profibedingungen gearbeitet wird – eine Nummer größer als in Bad Soden. Dennoch ist Co-Trainer Carlo Wiese, der vor der  Saison genau wie Cheftrainer Klaus Hermann neu nach Bad Soden kam, vor diesem ungleichen Duell optimistisch: „Wir haben gar nichts zu verlieren. Zu Hause sind wir aber stark. Wir wollen versuchen, sie zu ärgern.“

Wiese, der lange selbst im Norden Deutschlands höherklassig Volleyball spielte und 2008 aus beruflichen Gründen ins Rhein-Main-Gebiet wechselte und noch zwei Jahre in Rüsselsheim spielte, baut gegen den Ligaprimus vor allem auf die Heimstärke der TG Bad Soden: „“Wir sind gut drauf und zu Hause stark. Wir kommen sicher nicht in die Halle, um uns ein 3:0 abzuholen.“ Von einem Sieg mag der neue Co-Trainer zwar nicht sprechen, doch ein Satzgewinn sollte mindestens angepeilt werden. Vor allem der Auftritt zuletzt in Erfurt macht ihm Mut. Zwar unterlagen die Bad Sodenerinnen mit 1:3, „wir haben da aber unser bestes Auswärtsspiel gemacht“. In Dresden sei es dann nicht gut gelaufen. Das lag aber auch am Ausfall von Libero Catalin Richter, die sich eine Verletzung im Sprunggelenk zugezogen hatte. Dafür ist Jessica Gutermann zu Hause wieder mit von der Partie. Und auch Spielführerin Katharina Kutschbach ist wohl rechtzeitig wieder fit.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf kann Carlo Wiese gut leben. Der 32 Jahre alte Derivatehändler, der mit der Bad Sodener Spielerin Katharina Hinrichsen liiert ist, sieht das Team der TG Bad Soden gut aufgestellt. Der Umbruch sei schon vergangenen Saison eingeläutet worden. Er und Cheftrainer Klaus Hermann folgten dann auf die langjährige und herausragende Trainerin Elena Kiesling, die im Vorjahr selbst aufgrund ihrer Knieverletzung nicht mehr selbst eingreifen konnte. Mit der Entwicklung der Mannschaft ist Carlo Wiese zufrieden. Marlen Muschter gibt dem Team auf der Diagonal-Position Sicherheit und Neuzugang Steffi Lehmann ist eine Bank. Aber auch die jungen Spielerinnen hätten sich prima entwickelt. Im Heimspiel gegen Nawaro Straubing kann die Mannschaft der TG Bad Soden also nur lernen – und vielleicht auch ein wenig überraschen…

(cn)