Damen 1 – Doppelspielwochenende für die TG Bad Soden

225 Minuten Kampf werden mit zwei Punkten belohnt

Ein kleiner aber feiner Kader von acht halbwegs gesunden Spielerinnen, eine handvoll Aushilfen aus der eigenen Jugend und der ein oder andere Arzt und Physiotherapeut – was braucht man mehr um ein Doppelspielwochenende in der eigenen Halle zu bestreiten?

Am vergangenen Wochenende gab es in der Bad Sodener Hasselgrundhalle Bundesligavolleyball satt: Samstag empfing die TG den VV Grimma, am Sonntag ging es direkt weiter mit einem Spiel gegen VCO Dresden. Nach insgesamt neun Sätzen und sage und schreibe 225 Spielminuten hat sich die TG zwei hochverdiente Punkte und eine Menge Mut und Selbstvertrauen für die noch junge Rückrunde erkämpft.

Obwohl Grimma auf dem Papier die bessere Mannschaft ist, entsponn sich ein sehr spannendes Spiel, bei dem sich die TG Bad Soden von ihrer besten Seite zeigte. Die Spielfreude, die auch am Wochenende zuvor die Lohhoferinnen in Bedrängnis brachte, machte es auch den Damen aus Grimma nicht einfach. Von Anfang an hellwach machte die Sodener Block- und Feldabwehr den Gästen das Leben schwer. Auch die Angaben waren so stark wie gewohnt, Steffi Lehmann und Kathi Hinrichsen fanden gekonnt die Schwachstellen in der gegnerischen Annahme. Doch Grimma hatte mit einer bärenstarken Annika Boin auf der Diagonalposition auch immer wieder das Lachen. So ging es sehr spannend zu. Durch den guten Block und die regelmäßig unhaltbaren Angriffe von Boin ging der erste Durchgang knapp mit 23:25 an die Gäste. Im zweiten Satz drehte der Gastgeber auf und erhöhte den Druck. Die Angriffe über die Außenpositionen wurden immer flexibler. Auch fanden nun viele clever platzierte Lobs, vor allem von Marlen Muschter, in die Mitte des Grimma’schen Felds ihren Weg auf den Boden. Durch vier druckvolle Aufschläge am Stück von Kathi Hinrichsen im Zusammenspiel mit Alex Wassilkos solider Blockarbeit setzte sich Soden recht früh schon deutlich ab und gewann den Satz zu 19. Grimma antwortet darauf im dritten Satz mit einer etwas flexibleren Passverteilung. Viele Angriffe über die Mitte führten zum Erfolg und Grimma holte sich wieder ganz knapp zu 23 den dritten Durchgang. Im vierten Satz war Soden wie ausgewechselt, es schien als hätte der knappe Verlust des Vorsatzes die Luft aus den Segeln genommen: Durch einige direkte Annahmefehler lag der Gast direkt am Anfang des Satzes vorne. Dieser Rückstand wuchs kontinuierlich bis auf 15:22. Trotz einer phänomenal mutigen Angabenserie von Pauline Schultz ging der Satz und somit auch das Spiel an den Gast aus Grimma. Der Mut und die Spielfreude, die die TG Bad Soden an den Tag gelegt hatte, hätten durchaus einen oder mehrere Punkte verdient. Aber so hatte man nach einem anstrengenden Spiel nur müde Beine und die Aussieht auf ein weiteres schweres Spiel gegen die Frischlinge des VCO Dresden am Folgetag.

Jessica Gutermann wird in beiden Spielen zur MVP gewählt
Jessica Gutermann wird in beiden Spielen zur MVP gewählt

Bisher spielte die Nachwuchsmannschaft aus Sachsen eine überragende Saison und konnte den einen oder anderen überraschenden Sieg auf dem eigenen Konto verbuchen. Auf die leichte Schulter sollte man dieses Spiel somit nicht nehmen.

Zum Glück aber ließen sich die Sodenerinnen die anstrengenden vier Sätze des Vortages nicht anmerken. Mit einer gut gefüllten Mannschaftsliste (Jackie Garski und Vera Narischkin-Schmidt aus der zweiten Mannschaft wurden zur Unterstützung einberufen und auch Anna Kunstmann war wieder mit von der Partie) im Gepäck ließen die Gastgeberinnen den großgewachsenen jungen Damen aus Dresden keine Chance, das eigene Spiel zu gestalten. Eine durchwachsene Annahme dank starker Aufschläge und kaum Druck über die Außenpositionen führten zu zwei leicht gewonnen Sätzen für die TG Bad Soden.  Vielleicht hatten die Dresdnerinnen es den Gastgebern mit ihren vielen Eigenfehlern zu leicht gemacht, vielleicht machten sich aber auch langsam die schweren Beine bemerkbar – auf jeden Fall ging Bad Soden im dritten Durchgang mit weniger Elan und einer „laissez-faire“-Attitüde ans Netz. Die fehlende Aggressivität und eine eingewechselte, stark aufspielende Maike Henning auf der gegnerischen Außenposition reichten Dresden, um im hart umkämpften Durchgang die Nase immer leicht vorne zu haben.  Der Satz ging minimal knapp mit 23:25 an die Gäste – wie die verlorenen Sätze vom Vortag. Nach einem deutlich missglückten vierten Durchgang  stand Bad Soden nach einer 2:0-Führung doch wieder vor dem entscheidenden Tie-Break . Doch diesmal hielten die manchmal recht flatterhaften Nerven der Kurstädterinnen: Franziska Buchweitz überzeugte auch schon zuvor mit überraschenden Angriffen über die Mitte und starker Blockarbeit. Steffi Lehmann, die schon ihre spielerische Überlegenheit über weite Teile des Spiels bewies, legte vor allem auch gegen Ende des fünften Satzes noch einen drauf. Knapp ging es zu, aber umso hochverdienter fielen sich die Spielerinnen des TG Bad Soden in die Arme, nachdem Marlen Muschter einen Angriff zum 15:13 verwandelt hatte.

Diese zwei Punkte katapultierten die TG Bad Soden auf Platz 9, vor den punktgleichen Kontrahentinnen vom TV Holz. Mit einem Vorsprung von fünf Punkten lässt es sich etwas druckfreier nach Engelsdorf fahren, sind die Sachsen doch direkte Gegner und sollten auf keinen Fall unterschätzt werden.

(aw)